Dario Flückiger
Ist Teil des OK für die Faustball U18-WM und Frauen EM in Reiden
Der Berufsschule und dem Weiterbildungszentrum Lenzburg geht der Platz aus. Zudem fehlen flexibel einsetzbare Bildungs- und Praxisräume. Ein Neubau der wbz auf dem Berufsschulcampus soll Abhilfe schaffen. Nach Abschluss der Projektierungsphase informieren die Verantwortlichen.
Lenzburg «Flexibilität, Agilität, Wandlungsfähigkeit und Effizienz – das sind die Forderungen der Arbeitswelt der Zukunft und somit auch an die Bildungs- und Praxisräume.» Mit diesen Worten eröffnete Tobias Widmer, Rektor der Berufsschule Lenzburg (BSL), die Medieninformation vom vergangenen Freitag, dem 24. November. «Räumlichkeiten, mit denen wir diesen Anforderungen gerecht werden können, fehlen uns heute», hält Widmer fest. Der geplante Neubau des Weiterbildungszentrums Lenzburg (wbz) auf dem Campus der BSL soll diesem Problem Abhilfe schaffen. Mit dem Abschluss der Projektierungsphase habe das Vorhaben nun einen wichtigen Meilenstein erreicht.
Nichts Geringeres als eine Fachkräfte-Schmiede ist auf dem Campus an der Neuhofstrasse geplant. In einem modernen Holz-Beton-Bau sollen auf 1200 Quadratmetern Bildungs- und Praxisräume entstehen, die einen hybriden Unterricht ermöglichen. Diese Räume sollen in Zukunft flexibel genutzt werden können. «Der Neubau wird es auch möglich machen, neue und innovative Berufsrichtungen zu erkunden», wie Markus Möhl, Präsident der Baukommission, sagte. Die Dynamik am Arbeitsmarkt sei hoch und viele Berufe würden sich schnell verändern oder gar verschwinden. Daher müssten auch die Ausbildungsstätten flexibel und agil sein.
Diese Agilität und Flexibilität soll auch das Herzstück des Neubaus bringen: eine 600 Quadratmeter grosse Werkhalle. In der Halle soll dereinst für diverse Berufsgruppen Unterricht direkt am Objekt durchgeführt werden können. «Man kann mit dem Auto in die Halle fahren, um direkt daran zu arbeiten. Auch Dachstühle, an denen Solarpaneele installiert werden, können in der Halle aufgebaut werden», erklärte Markus Jägle, Leiter Logistik BSL und Vertreter der Bauherrschaft. Daneben biete das Gebäude Platz für Verpflegung, Referentenvorbereitung und Administration sowie Technik- und Lagerräume für den Gebäudebetrieb und für Schulungen an der Haustechnik.
Der Neubau soll auch in Sachen Nachhaltigkeit überzeugen. Durch eine ökologische und kreislauffähige Bauweise werde der Minergie-P-Eco-Standard erreicht. Auf den begrünten Dachflächen werde zudem eine Photovoltaik-Anlage betrieben, wodurch eine positive Strombilanz ermöglicht werde.
Die Kosten für den Bau und späteren Unterhalt trägt vollumfänglich der Eigenwirtschaftsbetrieb wbz der Berufsschule Lenzburg. Für die Einwohnergemeinde Lenzburg entstehen also keine Kosten, wie Markus Jägle betont. Da Lenzburg als Standortgemeinde und damit Trägerin der BSL, deren Gebäude im Grundbuchamt führt sowie als Bauherrin auftritt, muss die Gemeinde dennoch die notwendigen Kredite für Projektierung und Bau beschliessen.
Der Lenzburger Einwohnerrat entscheidet an der nächsten Sitzung am 1. Dezember über einen Verpflichtungskredit von 16,88 Millionen Franken. Eine Volksabstimmung findet am 3. März statt. Verläuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten noch vor den kommenden Sommerferien.
Von Adrian Oberer
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