Sonja Nauer-Mäder
referierte zum Thema «Depression im Alter – erkennen, ansprechen, begleiten»
Seon/Sorntal Der September-Anlass der Senioren-Vereinigung Seener-Männerstamm – alles pensionierte Männer der Gemeinde Seon – galt einem Zeugnis der Schweizer Industriegeschichte: Das Sorntaler Textilmuseum, situiert in einem ehemaligen Spinnereigebäude aus dem Jahr 1850 in der Gemeinde Niederbüren im Kanton St. Gallen, ist ein Zeitzeugnis erster Güte über den industriellen Aufbruch in der Schweizer Textilindustrie.
Für die Anfahrt durch den immensen Verkehr hatten die Organisatoren glücklicherweise genügend Zeit eingerechnet, so dass auch noch ein Kaffeehalt in Brütten möglich war. Nach pünktlicher Ankunft in Niederbüren wurden die Teilnehmer durch drei kompetente Führer in Empfang genommen und zuerst über die Geschichte des Gebäudes und des Textilmuseums ins Bild gesetzt.
Mit Hilfe der Wasserkraft des Sornbaches wurde bereits seit 1823 im Sorntal Textilien hergestellt. Zunächst war es die bäuerliche Bevölkerung, welche in Heimarbeit mit Spinnrad und Webstühlen Textilien herstellte und die Qualität dieser Erzeugnisse aus dem Kanton St. Gallen bereits sehr früh in ganz Europa bekannt machte.
Die danach im Sorntal um 1850 entstandene Industrieanlage umfasste das Fabrikgebäude, die Fabrikantenvilla, ein Waschhaus, ein Landwirtschaftsbetrieb sowie ein Kosthaus, in welchem die Arbeiter wohnten. Während mehr als 100 Jahren wurde im Sorntal äusserst erfolgreich Textilien von herausragender Qualität hergestellt und in alle Herren Länder exportiert.
Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Textilindustrie und verschiedenen Wechseln der Besitzverhältnisse, wurde das ehemalige Fabrikgebäude ab dem Jahr 1994 als Textilmuseum genutzt, nachdem es einer umfassenden Renovation unterzogen wurde.
Bereits in den 1970-er Jahren begann der ehemalige Direktor und Besitzer der Fabrikanlagen im Sorntal, alte Webstühle und einzigartige Unikate aus der Entwicklungsgeschichte der Textilindustrie zu sammeln und sie im alten Fabrikgebäude unterzubringen.
Auf diese Weise entstand über die Jahre ein einzigartiges Museum, welches 2005 in das Register des Kulturgüterschutzes von nationaler Bedeutung aufgenommen wurde. Im Jahr 2018 konnte ein neu gegründeter Verein die Führung des Textilmuseums und 2019 auch das ehemalige Fabrikgebäude übernehmen.
Der Seener-Männerstamm konnte in drei Gruppen unter kundiger Führung die verschiedenen Exponate das Sorntaler Textilmuseum bestaunen. Im Erdgeschoss befindet sich ein Saal mit den unterschiedlichsten Maschinen, die zur Herstellung von Textilien dienten.
Und alle Maschinen können auch heute noch in Betrieb genommen werden, obwohl sie zum Teil aus der Zeit der Elektrifizierung stammen! Im ersten Stock gibt es eine grosse Anzahl von hölzernen Geräten aus der Zeit der Heimarbeit zu besichtigen, wobei einzelne Geräte über 250 Jahre alt sind, aber noch perfekt funktionieren.
Im Dachgeschoss des Museums befindet sich ein Archiv und eine Bibliothek. Die Teilnehmer der Exkursion zeigten sich tief beeindruckt ob der Handwerkskunst aus längst vergangenen Zeiten und ob der Vielfältigkeit der Ausstellung.
Nach der Verabschiedung begaben sich die Männerstämmler in das Restaurant „Zur alten Herberge“, wo ihnen ein ausgezeichnetes Mittagessen serviert wurde. Sowohl während des Essens wie auch danach im Reisebus hatten die Teilnehmer Zeit, um die gewonnen Eindrücke untereinander auszutauschen und zu teilen.
Vor der Rückfahrt informierten die Vorstandsmitglieder über den nächsten bevorstehenden Anlass: Am Dienstagnachmittag, 13. Oktober 2026, besucht der Seener-Männerstamm die Firma Stöckli Ski in Malters.
Anmeldungen nimmt wie immer der Kassier, Jürg Sterchi, entgegen (Telefon 062/775 27 07 oder Mail: sterchi.juerg@outlook.com). Die Anzahl Teilnehmer ist auf vierzig beschränkt!
MGE
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