Yvette Körber
Frau Gemeineammann von Oberentfelden im Interview
Am vergangenen Montag präsentierte die Thut-Stadt in der Kulisse des «Chalet im Advent» ihr aktuelles Neujahrsblatt. Unter dem Titel «Schützen und Nützen» taucht die 110. Ausgabe in das Zofinger Kulturerbe ein – und wie dieses, treu dem Namen, geschützt und genützt werden kann.
Zofingen «Auch dieses Jahr wurde wieder voller Einsatz geleistet», konstatierte Stadträtin Rahela Syed sichtbar erfreut zu Beginn der Vernissage. Sie unterstrich die Arbeit, welche jedes Jahr erneut ins Neujahrsblatt fliesst: Die unentgeltliche «Büez» der Neujahrsblattkommission und ihrer Autorinnen und Autoren zum einen, die entgeltliche des Layoutteams zum anderen – dieses Jahr erstmals durch die merkur medien in Langenthal geleistet.
Rudolf Hagmann, der sich seit 2007 in der Neujahrsblattkommission engagiert und das Neujahrsblatt federführend begleitete, unterstrich derweil das Thema der diesjährigen Ausgabe: Zofingens Kulturgut – materiell oder immateriell – und alle Wege, dieses zu schützen und nützen.
Und wird über die Zofinger Kultur gesprochen, kommt man nicht um den Industriellen und Amateurfilmer Eugen Scholl und dessen «Studio Scholl» herum. Dementsprechend widmet das Neujahrsblatt der Zofinger Persönlichkeit den Hauptartikel. Als Autorin konnte Cécile Vilas, Direktorin von Memoriav, der Kompetenzstelle für das audiovisuelle Erbe der Schweiz, gewonnen werden. Sie ordnet in ihrem Artikel die Arbeit Scholls im Kontext der Schweizer Filmwochenschau ein und erläutert, welche Arbeiten zur Erhaltung der alten Filmrollen notwendig sind.
Selbstredend darf auch das Museum Zofingen nicht fehlen, ist der fiorentinische Palazzo am Stadteingang nicht nur im Inneren ein kultureller «Erinnerungsspeicher», sondern auch dessen reich verzierte Hülle, welche auch als eigenständiges Objekt gesehen werden kann. Heidi Pechlaner Gut, Leiterin des Museums, und Cedric Zbinden zeigen in eigenen Worten auf, wie Kulturobjekte an das Museum gelangen, wie diese verantwortungsvoll aufbewahrt werden und auch der breiten Bevölkerung vermittelt werden können.
Auch den aktuellen Bezug verlieren die Autoren nicht aus den Augen: So wird mit dem Umbau der Krone-Schüür ein «Leuchtturm-Projekt» in der Pfistergasse näher beleuchtet. Das Architekten-Duo, Dana Schrader und Martin Weibel, dokumentiert höchstpersönlich, wie es die Idee der ansässigen Ruth Soland aufnahm und die historische Bausubstanz der ehemaligen Pferdescheune in ein modernes Klangatelier überführte.
Erwähnung findet natürlich auch das Zofinger Kinderfest, welches heuer sein 200-Jahre-Jubiläum feiern durfte. Die Zeilen dazu liefert Stadtrat Lukas Fankhauser. Der Präsident der Kinderfestkommission gewährt als Insider einen Blick hinter die Kulissen, thematisiert Vorarbeit und Durchführung des Anlasses und lässt auch eine persönliche Wertung miteinfliessen.
Auch für einen Abschied gibt das Neujahrsblatt Raum: Stadtpräsidentin Christiane Guyer räumt per Ende des Jahres ihren Posten im Stadthaus. Sie gibt einen persönlichen Rückblick auf ihre Amtszeit im Rahmen eines Interviews. Denn das Neujahrsblatt soll laut Hagmann auch eine dokumentarische Rolle spielen – so dass der reichen Kultur Zofingens auch in der Zukunft die gebührende Aufmerksamkeit zuteil wird.
Joel Dreier
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