Yvette Körber
Frau Gemeineammann von Oberentfelden im Interview
Die «Lenzburger Neujahrsblätter 2026» sind dem Thema «Lenzburg unterirdisch» gewidmet. An der Vernissage im Burghaldenhaus boten die Ver-antwortlichen Einblick in ihre Arbeit. «Lenzburg ist zwar ober- und überirdisch schön, doch auch was man nicht sieht, bietet viel Interessantes», hielt Redaktionsleiter Fritz Thut fest.
Lenzburg Mit seiner karibisch-türkisblauen Atmosphäre ist das für das Städtchen Lenzburg essenziell-wichtige Wasserreservoir Goffersberg ein echter Hingucker – aber leider der Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Die «Kathedralen des Wasser» sind auf der Titelseite des 97. Jahrgangs des Lenzburger Jahrbuchs abgedruckt.
In acht Beiträgen schauen die «Neujahrsblätter»-Autoren dorthin, wo man als Normalsterblicher selten oder nie hinkommt. Das geht weit in die Urzeit zurück, als das Kies entstand, das heute als «Gold der Ortsbürger» gilt. Oder in die Römerzeit, deren Tempel im Lindfeld unter Humus begraben sind und nur mit Hilfe von geophysikalischer Technik sichtbar gemacht werden können.
Einige Jahrhunderte später entstand der unbekanntere, obere Felsenkeller. Die teilweise einsturzgefährdeten Höhlengänge stehen nur Fachleuten offen. Ernst Baumann machte sich auf eine solche Expedition und unterhielt sich an der Vernissage mit Fotografin Nicole Wächter von der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung, die die Bilder zu dieser Reportage beisteuerte.
Ebenfalls nicht mehr sichtbar und in Betrieb sind die fünf Atomunterstände für Armeeangehörige im Lenzburger Wald, die in ihrer Architektur an umgelegte Esterlitürmchen erinnern. Baumwurzeln, digitale Daten von Infrastrukturleitungen und die Friedhofpläne bieten weitere Einblicke in den Lenzburger Untergrund.
«Getroffen in der Stadt» ist eine ständige Rubrik der «Lenzburger Neujahrsblätter». Diesmal war Redaktionsmitglied Marianne Erne, die sich für die Vernissage entschuldigen musste, mit dem ehemaligen Stadtoberförster Niklaus Lätt unterwegs.
Wenn es das Wetter zulässt, ist Lätt noch heute regelmässig in Stadt und Wald unterwegs. Redaktionsleiter Fritz Thut unterhielt sich an der Vernissage des 97. Jahrgangs der Neujahrsblätter mit dem mittlerweile 97-Jährigen. Offen berichtete der engagierte Senior über sein Leben, wie er fast Berufsoffizier wurde und danach vor bald 70 Jahren seine Stelle in Lenzburg als Stadtoberförster erhielt. Er setzte sich stets für eine naturnahe Waldbewirtschaftung ein und begrüsst, dass heute auch im Wald über die Gemeindegrenzen hinweg zusammengearbeitet wird.
In der diesmal wieder die «normalen» 150 Seiten umfassenden Jahresschrift fehlen auch diesmal die üblichen Rubriken nicht. Die Institutionen Museum Burghalde, Villa Sonnenberg, Schloss und Stapferhaus wagen einen Blick ins Jahr 2026.
Zudem stehen im nächsten Jahr einige Jubiläen an. So gibt es etwa die Buchhandlung Otz seit 75 Jahren oder die (viel ältere) Berufsschule hat ihren Standort seit 50 Jahren im Gebiet Neuhof. Ebenfalls vor 50 Jahren wurden auf Stadtgebiet die ersten Parkuhren aufgestellt und in einer Fabrik im Westen wurden die damals modernsten Flüssigkristallanzeigen der Welt produziert. Seit 25 Jahren ist das Fischessen in der Jugendfestwoche Tradition – und immer noch ist das Rezept der Fischsauce geheim. Ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert nimmt sich Pro Velo Region Lenzburg den Anliegen der Radfahrer an.
Traditionell den Abschluss bilden die rund 50 Seiten Chronik, auf denen Michael «Mike» Müller alle wichtigen Anlässe in der Stadt nochmals Revue passieren lässt.
pd/lnb
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