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Beim Informationsanlass «Gärtnern ohne invasive Neophyten» der Fachstelle Umwelt und Klima der Stadt Aarau wurde neben den gebietsfremden Pflanzenarten auch aufgezeigt, wie man mit einfachen Veränderungen in seinem Garten die Biodiversität fördern kann.
Aarau Das diesjährige Schwerpunktthema der Kampagne «Weitsicht» der Stadt Aarau ist die Biodiversität. Dazu veranstaltete die Fachstelle Umwelt und Klima gemeinsam mit Stadtgrün bei den Bündten (kleine, verpachtete Gartenparzellen) im Telli-Quartier einen informativen Rundgang. Dabei standen neben den invasiven Neophyten auch sinnvolle Alternativen für den eigenen Garten im Fokus, welche die Biodiversität fördern sollen.
Als Neophyten bezeichne man Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas 1492 von Übersee nach Europa eingeschleppt wurden, erklärte Lisa Kaufmann, Co-Leiterin Fachstelle Umwelt und Klima der Stadt Aarau, bei ihrer Einführung. Dabei gebe es einerseits die unauffälligen Neophyten, die sich in unserer heimischen Flora integriert haben. Problematisch hingegen seien die invasiven Neophyten, die sich unkontrolliert vermehren, andere Arten verdrängen, Lebensräume verändern und schlussendlich auch wirtschaftliche wie gesundheitliche Schäden verursachen können.
Die Neuanpflanzung invasiver Neophyten sei verboten und diese sollten wann immer möglich mit den Wurzeln entfernt und mit dem Kehricht entsorgt werden. Dafür stelle die Stadt Aarau kostenlos Neophytensäcke zur Verfügung, die im Rathaus oder im Werkhof bezogen werden können.
Beim Rundgang versorgten Michael Lüscher, Stadtgrün Aarau und Bündtenbeauftragter, und Biologin Alina Suter, welche zurzeit ein Praktikum bei der Fachstelle Umwelt und Klima absolviert, die Teilnehmenden mit spannenden Infos und zeigten auch anhand verschiedener Beispiele auf, welche Pflanzen sinnvoll ersetzt werden können und einen ökologischen Mehrwert darstellen.
Die harzige Thuja ist als Hecke sehr beliebt, da sie sehr dicht und immergrün ist. Allerdings bietet sie weder Nistmöglichkeiten für Vögel noch Futter für Insekten. Das auf den Boden gefallene Schnittgut zersetzt sich schwer und die ätherischen Öle können den Boden sauer machen. Als Alternative bietet sich eine Wildhecke mit zum Beispiel Eibe an, die auch immergrün ist und zudem noch Beeren als Vogelfutter produziert.
Ein eher nutzloser Schönling im Garten ist auch die Hortensie. Durch die sterilen Blüten ist keine Bestäubung möglich. Zudem braucht sie viel Platz. Der Wollige Schneeball sieht der Hortensie sehr ähnlich, und macht neben schönen Blüten auch Früchte, die als Futter dienen.
Weiter rückten verschiedene invasive Neophyten wie etwa das Einjährige Berufkraut in den Fokus. Es sieht der Margerite ähnlich, ist aber keine Futterpflanze. Das Berufkraut verbreitet sich gerade auf Wiesen extrem schnell und muss laufend bekämpft werden. Dazu muss die Pflanze mit den Wurzeln entfernt werden. Am besten danach in einen Neophytensack packen und für die Entsorgung bereitstellen. Nie auf den Kompost legen!
Der Kirschlorbeer ist ebenfalls ein invasiver Neophyt und wurde lange als Hecke angepflanzt. Auch dieser muss mit Stock und Wurzel entfernt werden. Alle wichtigen Informationen dazu findet man unter www.aarau.ch/neophyten.
Für Hecken empfiehlt Michael Lüscher verschiedene einheimische Wildsträucher wie zum Beispiel Kornelkirsche, Faulbaum, Schwarz- und Kreuzdorn oder auch Holunder, die Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tiere bieten.
Die Stadt Aarau führt eine kostenlose Bestellaktion für 21 verschiedene Wildsträucher durch. Diese ist unter www.aarau.ch/leben/natur-und-umwelt/bestellaktion-wildstraeucher.html/2737 ersichtlich und der Anmeldelink wird am 9. Juli aufgeschaltet.
Auch hier bietet die Website viele Informationen und Pflegetipps. Zudem besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Naturgartenberatung.
Mit dem permanenten Entfernen von invasiven Neophyten und dem Ersetzen gewisser Pflanzen kann jedermann in seinem Garten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten. Bei der Rückkehr vom Rundgang wartete Laura Studer, Projektleiterin Stadtentwicklung Aarau, noch mit einem kleinen Apéro auf die Teilnehmenden. Bei angeregten Gesprächen liess man den Anlass gemütlich ausklingen.
Von Olivier Diethelm
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