Marcel Kunz
Der Wm der Repol Zofingen hielt einen Vortrag zu den aktuellen Betrugsmaschen
Mit ihrem Jugendroman "Auf Umwegen zu Dir/Mir" hat Désirée Huber ein persönliches Herzensprojekt realisiert.
Bild: Olivier Diethelm
Im Jugendroman «Auf Umwegen zu Dir/Mir» begleiten die Lesenden die Protagonistin Kim durch ihre turbulenten Jugendjahre. Autorin Désirée Huber lässt in ihrem Erstlingswerk viele eigene Erlebnisse und Erfahrungen einfliessen.
Gretzenbach Désirée Huber aus Gretzenbach ist Landschaftsgärtnerin und seit Kurzem auch Autorin. Mit ihrem Jugendroman «Auf Umwegen zu Dir/Mir» hat sie sich einen persönlichen Herzenswunsch erfüllt. Die Geschichte der 16-jährigen Kim handelt von erster Liebe, Liebeskummer, Freundschaft, Betrug und der Suche nach sich selbst.
Kim hat sich gerade von ihrer ersten Beziehung getrennt, die unschön geendet hat. Auch ihre beste Freundin Marie steckt in einer schwierigen Situation. Sie versucht, ihre Enttäuschung mit übermässigem Alkoholkonsum und zahlreichen Flirts zu verdrängen. Drei Männer spielen im Verlauf der Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle.
Ungehemmtes Feiern und unausgesprochene Geheimnisse haben für die zunächst naive Kim schmerzhafte Folgen. Erst als sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht, nimmt sie Hilfe an und beginnt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Mit 25 Jahren findet sie schliesslich einen Weg, mit ihrer Vergangenheit abzuschliessen.
Für ihren Roman hat Désirée Huber ihr eigenes Leben und ihre Erfahrungen als Grundlage genommen. Einige Figuren gibt es tatsächlich, auch verschiedene Schauplätze stammen aus der Region. Als begeisterte Tagebuchschreiberin entschied sie sich für die Ich-Perspektive.
«Es fühlte sich richtig an, in der Ich-Form zu schreiben», sagt sie. Viele Erlebnisse seien persönlich. Durch diese Perspektive könnten sich die Leserinnen und Leser besser in Kim hineinversetzen, etwa bei ersten Flirts, dem ersten Kuss oder dem ersten Liebeskummer.
Der Roman begleitet Kim auf ihrem Weg vom Teenager zur erwachsenen Frau. Dabei geht es um die Folgen von Liebeskummer und Betrug auf spätere Beziehungen, aber auch um Depressionen und belastende Gedanken. Mit der Figur Kim sei es ihr leichter gefallen, die eigene Geschichte indirekt zu erzählen, so die Autorin.
Eine zentrale Frage des Romans lautet: «Kann man mit seiner Vergangenheit abschliessen, vergeben und Dinge auch ruhen lassen?» Für Huber lautet die Antwort klar: Ja. Man solle nicht in der Vergangenheit stecken bleiben. Um persönlich zu wachsen, sei es wichtig, Erlebtes zu verarbeiten und loszulassen – etwa Erfahrungen mit Mobbing oder psychischem Druck.
Gerade Jugendlichen möchte sie vermitteln, dass schwierige Gefühle zum Erwachsenwerden gehören und man damit nicht alleine ist. Gleichzeitig könnten ältere Leserinnen und Leser auf eine kleine Zeitreise in ihre eigene Jugend gehen.
Fünf Jahre lang arbeitete Huber an ihrem Manuskript. Sie liess sich Zeit, machte längere Pausen und schrieb vor allem dann, wenn sie Lust dazu hatte. Beim Korrekturlesen wurde sie von Familienmitgliedern unterstützt, später kam ein professioneller Lektor dazu.
Besonders schwierig war der Schluss. «Man kann immer noch etwas überarbeiten oder anders schreiben, aber irgendwann muss man den Punkt setzen», sagt Huber. Das letzte Kapitel sei deshalb das schwierigste gewesen. Heute sei sie sehr zufrieden mit dem Ende.
Wichtig war ihr zudem, ihre persönliche Sprache beizubehalten. Mundartbegriffe wie «Hüehnerhuut» sollten im Buch erhalten bleiben und für Authentizität sorgen.
Nach fünf Jahren Arbeit am Manuskript dauerte es nochmals rund ein Jahr, bis das Buch mit Lektorat und Illustrationen fertig war. Huber entschied sich für den Eigenverlag «Herzenszeilen, Désirée Huber» und veröffentlicht den Roman als Selfpublisherin. So bleibt sie bei allen Entscheidungen unabhängig. Unterstützung und Tipps erhielt sie auch von anderen Selfpublishern.
500 Exemplare liess Huber drucken. Als sie vor gut zwei Monaten das erste Buch in den Händen hielt, kamen zunächst Selbstzweifel auf: Wird es den Leserinnen und Lesern gefallen? Ist es gut genug geschrieben? Das positive Feedback habe ihr jedoch schnell die nötige Bestätigung gegeben.
Ihr Freund gestaltete eine schöne Website. Fast 100 Exemplare konnte Huber bereits über ihren Online-Shop verkaufen. Nun möchte sie den Roman auch in den Buchhandlungen der Region anbieten und hat dafür bereits einige Geschäfte persönlich besucht.
Désirée Huber hofft, dass «Auf Umwegen zu Dir/Mir» vielen Menschen Freude bereitet und Jugendlichen vielleicht sogar bei der Selbstfindung hilft. Ideen für ein weiteres Buchprojekt hat sie bereits. Vielleicht entsteht eines Tages ein Kinderbuch mit kurzen Texten und Bildern. Das nötige Wissen und die Erfahrung für ein neues Projekt hat sie inzwischen gesammelt.
Weitere Informationen: www.desirees-herzens-zeilen.ch
«Auf Umwegen zu Dir/Mir» (ISBN 978-3-033-11999-4)
Von Olivier Diethelm
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