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Die Thunerseespiele inszenieren dieses Jahr das Musical «Der Glöckner von Notre Dame». Dazu wurde ein 20-köpfiger Chor zusammengestellt, der im Schauspiel voll integriert ist. Auch mit dabei ist Roshani Sivaratnam, eine ambitionierte Sängerin aus Aarau. Sie freut sich riesig auf ihr erstes grosses Musicalprojekt.
Aarau/Thun Vom 9. Juli bis 23. August kommt der berühmte Glöckner von Notre Dame von der Pariser Seine direkt an den Thunersee. Die Thunerseespiele präsentieren das international erfolgreiche Disney-Musical auf der Seebühne vor der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau. Neben den Hauptdarstellern Quasimodo und Esmeralda spielt der Chor des Musicals mit elf Sängerinnen sowie neun Sängern eine tragende Rolle und steht als kollektive Stimme für das moralische Gewissen der Gesellschaft.
Mit einer inneren Anteilnahme kommentiert er das Geschehen, fast wie eine Verlängerung des Publikums. Die Sängerinnen und Sänger schaffen mit lateinischen Gesängen und Anleihen aus dem gregorianischen Stil ein Fundament, das die Handlung musikalisch und atmosphärisch wunderbar einbettet.
Als Musicalfan folge sie den Veranstaltungen der Musicalszene in der Schweiz, erzählt Roshani Sivaratnam aus Aarau. Vor ungefähr einem Jahr sei sie in den Sozialen Medien auf eine Ausschreibung der Thunerseespiele gestossen, dass für den Chor des Musicals «Der Glöckner von Notre Dame» Sängerinnen und Sänger gesucht werden und sich auch Laien bewerben können.
Normalerweise sei es sehr schwer, ohne Musicalausbildung in so eine professionelle Produktion reinzukommen und sie habe sich bei ihrer Bewerbung eigentlich keine grossen Chancen ausgerechnet. «Ich dachte, ich probiere es einfach mal und dann hat es geklappt. Ich konnte mich erfolgreich präsentieren und wurde in den Chor aufgenommen», blickt die ausgebildete Sängerin auf das Chorcasting im letzten November zurück.
Das Singen begleite sie schon von klein auf. Sie habe dann während der Musikmatura in Zürich vier Jahre Unterricht im klassischen Gesang gehabt, so Roshani. Als Jugendliche habe sie auch in einem Musicalverein angefangen und so haben sich immer wieder neue, coole Projekte ergeben. Letztes Jahr war sie bei der Bühne Bern in den Aufführungen von «La Cage aus Folles» mit dabei und die diesjährigen Thunerseespiele seien ihr erstes grosses Musical-Projekt.
Dieses nehme sehr viel Zeit in Anspruch und sei zur Zeit schon fast ein Nebenjob zu ihrer beruflichen Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin.
Der Chor für dieses Musical wurde frisch zusammengestellt und startete die Proben im März. «Eine Sängerin kannte ich zwar schon von einer früheren Produktion, aber am Anfang waren wir uns alle im Chor noch ein wenig fremd. Doch man verbringt beim Proben sehr viel Zeit miteinander und gerade im Musicalbereich, wo man zusammen eine komplette Welt erschafft, schweisst einem das enorm zu einer Einheit zusammen. Uns verbindet die Leidenschaft für das Musical und es entstehen auch Freundschaften», erzählt Roshani weiter.
Megacool bei diesem Musical sei es auch, dass der Chor oft «das Volk» spiele, tanze und sich bewege – also im ganzen Schauspiel voll integriert sei und richtig viel zu tun habe. So habe sie es sich vorgestellt und gewünscht.
«Der Glöckner von Notre Dame» wird insgesamt 29 Mal aufgeführt. Auch wenn man jetzt noch nicht daran denken mag, gehe mit der Derniere dann eine schöne und auch intensive Zeit zu Ende und man sei dann schon ein wenig traurig. Ja, das «Muscialloch» danach gebe es tatsächlich, so Roshani mit einem Lachen.
Doch langweilig werde es ihr nicht. «In unserem Bühnenverein, die Creative Stage Company in Olten, stehen im Herbst die Aufführungen von «Catch Me If You Can» an. Ich bin im Vorstand und es gibt noch viel Arbeit zu erledigen. Daneben nehme ich weiterhin Gesangsunterricht im Bereich Musical, entwickle mich weiter und freue mich auf kommende Projekte», blickt Roshani in die Zukunft.
Weitere Infos zum Musical: www.thunerseespiele.ch.
von Olivier Diethelm
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